Sprossen und Keimlinge – Die Kraft aus der Natur selbst herstellen

Allgemeines über Sprossen und Keimlinge

Sprossen und Keimlinge sind kleine Wunder der Natur: Sie gedeihen in jeder Wohnung, spenden mit ihrem Reichtum an Vitalstoffen jede Menge Energie, regen den Stoffwechsel an und stärken das Immunsystem. Die Angst vor Alter und Tod hat Menschen schon dazu getrieben alle möglichen Dinge über sich ergehen zu lassen. Das dies auch auf natürliche Weise mit frischen Keimlingen und Sprossen als Teil der Ernährung möglich ist, scheint immer noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Dabei handelt es sich hierbei um uraltes Wissen, Keimlinge sind pure Lebensenergie und ein gesundes, vollwertiges und vitales LEBENSMITTEL. Es eignet sich hervorragend als Beigabe zu Salaten oder auf Broten.

Die Sprossenzucht hat ihren neuzeitlichen Ursprung in Amerika und ist mittlerweile zu uns durchgedrungen. Wissenschaftler wie Dr. P.R. Burgholder sagen: „Wenn der Nahrungswert gekeimter Samen nach deren Vitaminen und abrufbereiten Aminosäuren beurteilt werden soll, dann scheint, das die breite Verwendung von Sprossen in der Ernährung orientalischer Völker auf einer gesunden ernährungsmäßigen Grundlage beruht, und sie sollte in umfassendem Maße auch bei westlichen Völkern eingeführt werden.“

Der japanische Wissenschaftler Dr. G. I. Semenko betont, dass das Vorkommen von DNS und RNS in der Sprosse um ein Vielfaches höher ist als im Samen oder der ausgewachsenen Pflanze. Sprossen und Keimlinge sind lebensfrische Rohkost mit höchsten Ordnungsfaktoren, das heißt, sie sind voller Enzyme, Mineralien, Milchsäuren, hochwertiger Proteine, Spurenelementen und Vitaminen.

Nur wie gehen Sie am besten bei der Sprossenzucht vor? Samen sind in ihrem jungen Stadium sehr empfindlich, deshalb gilt es einiges zu beachten, dazu später mehr. Sobald Sauerstoff, Wasser und Wärme in angemessener Dosierung auf den Samen einwirken, entfaltet er sich. Das Wasser gelangt durch die Keimpore in den Samen, während dieser Phase verdoppelt sich das Volumen des Samens und er sprengt seine Schutzhülle. Seine Enzyme werden nun aktiv und eine wundersame Wandlung beginnt.

Grünkraut- oder Sprossenzucht?

Es ist grundsätzlich zwischen Grünkraut- (wie z.B. Kresse oder Weizengras) und Sprossenzucht (wie z.B. Kichererbsen oder Brokkoliesamen) zu unterscheiden. Sprossen werden am besten in Keimgläsern gezüchtet und werden nach einer Einweichzeit nach 2-3 Tagen geerntet. Das Saatgut für Grünkraut hingegen durchläuft den gleichen Prozess und wird zur Sprossen und sollte anschließend in einer Keimschale, einem Teesieb oder sonstigen Keim- oder Hydrogeräten weiter zum Grünkraut wachsen. Sprossen benötigen bei ihrem Wachstum noch kein Licht, sobald aber bei entsprechendem Saatgut Grünkraut entwickelt werden soll, wird Licht benötigt. Dies wird für die Chlorophyllbildung zwingend benötigt, denn der grüne Farbstoff der Pflanzen wird durch Umwandlung von anorganischen Stoffen zu organischen Stoffen (Photosynthese) gebildet. Sprossen können Sie beispielsweise als leckere Beigabe zu Salaten verwenden während Sie das Grünkraut wie z.B. Weizengras auch pressen können und Säfte daraus herstellen können. Gerade Weizen- oder Gerstengrassaft ist ein wahres Feuerwerk an Vitalstoffen. Sie haben eine Höchstkonzentration an Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und Proteinen, ein enormes Enzymvorkommen sowie einen hohen Chlorophyllanteil. Beispielsweise hat es ca. 11x soviel Kalzium wie Kuhmilch, 5x soviel Eisen wie Spinat, 4x soviel Vitamin B1 wie Vollweizen und 7x soviel Vitamin C wie Orangen. Wenn es mal schnell gehen muss, können wir Ihnen auch unser Gerstengraspulver aus dem Shop anbieten. Einfach mit Wasser (und wer mag ein paar Früchte) in einen Mixer geben und genießen.

Achtgeben beim Saatgutkauf

Regel Nummer 1 beim Saatgutkauf ist: Kaufen Sie wirklich nur Saatgut das zur Sprossenzucht geeignet ist. Oftmals ist die Keimfähigkeit bei Saatgut das nicht für die Sprossenzucht vorgesehen ist (wie beispielsweise Getreidekörner, Hülsenfrüchte oder Gewürze aus dem Supermarkt) sehr gering. Ersparen Sie sich am besten diese Negativerfahrung und kaufen Sie lieber gleich entsprechendes Saatgut. Hervorragendes Saatgut zur Sprossenzucht finden Sie selbstverständlich hier bei uns im Shop.

Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass Sie ausschließlich natürliches oder Biosaatgut verwenden, das nicht gespritzt oder behandelt wurde.

Grundsätzliches zur erfolgreichen Sprossenzucht

Folgende Punkte sind bei der Sprossenzucht zu beachten:

- Feuchtigkeit
- Temperatur
- Sauerstoff – Luftzirkulation
- Licht (Sprossen lieben wenig oder indirektes Licht, Grünkraut hingegen braucht zwingend Licht zur Chlorophyllbildung)

Daraus ergeben sich die Grundregeln

- Sprossen sollten feucht gehalten werden aber nicht naß
- Die Temperatur sollten in etwa Zimmertemperatur haben
- Die Sprossen müssen morgens und abends gründlich gespült werden
- Es sollte genügend Platz zur Ausdehnung und genügend Luftzirkulation zur optimalen Sauerstoffversorgung vorhanden sein. Ein Luftzug ist jedoch zu vermeiden.

Gründe weshalb Sprossen nicht keimen

- Die Samenqualität ist schlecht oder nicht für die Sprossenzucht geeignet
- Der Samen ist alt, beschädigt oder verletzt
- Zu wenig Feuchtigkeit im Keimgerät
- Die Samen faulen (Ursache: chemische Vorbehandlung oder zu viel Nässe)
- Zu niedrige Temperatur
- Schlechte Belüftung
- Zu dicht im Keimgerät gepresst
- Zuviel / zu wenig Licht
- Zucht im Metallgefäß

Allgemeiner Ablauf des Keimprozess (je nach Saatgut kann es zu Abweichungen kommen)

- Erster Tag, Abend: Waschen Sie das Saatgut gründlich und geben Sie es anschließend in ein Keimgefäß und übergießen Sie es mit gefiltertem Wasser. Das Keimgefäß sollte nicht mit mehr als 1/3 Saatgut gefüllt werden.

- Zweiter Tag, Morgen: Das Saatgut ist nun aufgebläht mit Wasser und hat seine Größe fast verdoppelt. Nun lassen Sie das Wasser ab und spülen die Saat gründlich durch.

- Zweiter Tag, Abend: Gießen Sie gefiltertes Wasser in das Keimgefäß und spülen Sie das Saatgut durch. Es sollte schon bei der einen oder anderen Sprosse erkennbar sein das sie aufgehen. Bereits jetzt können Sie die Sprossen „ernten“ und verwenden.

- Dritter Tag, Morgen: Die Sprossen sollten jetzt bereits durch die Schutzhülle der Saat gebrochen und Sichtbar sein. Wie am Vortag sollten Sie die Saat kräftig spülen.

- Dritter Tag, Abend: Spülen, wässern, kippen. Die meisten Sprossen haben jetzt ihren optimalen Nährstoffgehalt und können geerntet werden.

Je nach Saatgut variiert dieser Prozess. Für eine Übersicht der einzelnen Keimprozesse können wir Ihnen das Buch: „Das große Buch der Sprossen und Keime“ empfehlen. Eine Verlinkung finden Sie am Ende dieses Artikels.

Hier nochmal das Wichtigste zusammengefasst, für die Herstellung gesunder Keimsprossen:

- Saaten die vor dem Keimen quellen müssen keinesfalls zu lange wässern (i.d.R. reichen 12 Std.)
- Quellwasser weg schütten und Saat vor dem Keimprozess nochmal gut spülen
- Keimdauer i.d.R. maximal 72 Stunden, besser nur 24 - 48 Stunden
- Keimtemperatur unter 30 Grad, die Idealtemperatur ist zwischen 21-24°
- Keimgut regelmäßig spülen und Wasser gut abtropfen
- Für gute Belüftung im Keimgefäß sorgen
- Fertige Keimlinge bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren

Am wertvollsten sind Keimsprossen, wenn Sie den Keim nicht zu groß werden lassen. Dr. Johannes Kuhl empfiehlt eine sehr kurze Keimung, bis zum sogenannten Milchsäuregipfel. Dieses Stadium, bei dem der Keim den höchsten Milchsäuregehalt hat, ist bereits je nach Temperatur nach 1 Tag erreicht. Erkennbar ist der Zeitpunkt wenn der Same beginnt eine Wurzel zu schieben, der Keimling ist noch nicht länger als 1-2mm. Wenn man einen etwas längeren Keim bevorzugt sollte man aber möglichst nicht länger als 48 bis 72 Std. keimen (idealerweise bei Raumtemperatur), da der Wert der Inhaltsstoffe dann in mancherlei Hinsicht bereits wieder geschmälert ist und zudem die Risiken der Schimmelbildung steigen.

Besonders stolz sind wir auf unsere neue Brokkoli Bio Keimsaat in hervorragender Qualität. Vielleicht haben  Sie schon gelesen, Brokkoli enthält Sulforaphan. Brokkolikeimlinge enthalten dabei 10- bis 100-mal mehr Sulforaphan wie Brokkoligemüse. Weitere Infos zu der Substanz lesen Sie hier http://de.wikipedia.org/wiki/Sulforaphan.

Die Sprossenzucht am Beispiel des Brokkoliesaatguts

1. Am Abend wird das Keimglas mit ca. 1/4 bis 1/3 Saatgut gefüllt.

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Nun wird das Saatgut gründlich gespült und anschließend für 12 Std. in Wasser eingeweicht

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2. Am nächsten Morgen wird das Quellwasser abgelassen und die Saat wird erneut gespült. Man kann einen deutlichen Größenunterschied der Saat erkennen.

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Nach dem spülen das Keimglas in eine Kipplage bringen, damit das restliche Wasser abfließen kann.

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3. Am Abend des ersten Tages, nach 24 Std. sieht man schon bei einigen Sprossen erste Durchbrüche der Schale, der Keimling bahnt sich seinen weg. Bereits hier wäre ein idealer Zeitpunkt zur Ernte. Wir lassen die Saat jedoch noch einmal 24 Stunden weiter keimen. Das Keimglas wird erneut gespült und anschließend in Kipplage gebracht.

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4. Das morgendliche Prozedere: Wässern, spülen, kippen. Nach 36 Stunden ist nun auch bei nahezu jedem Saatkorn die Keimwurzel durchgebrochen.  

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5. Am Abend des zweiten Tages ist unsere Keimsaat nun 48 Stunden am wachsen, nun wird es Zeit für die Ernte. Um die maximale Nährstoffaufnahme durch die Keimlinge zu erhalten sollten die Keimlinge nicht länger als 1-2 mm sein.

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Vorher wird ein weiteres Mal kräftig gespült und danach werden die Keimlinge in einer Box oder Glas im Kühlschrank verwahrt. Eine leckere Brotbeilage oder Zugabe zum Salat wartet nun auf Sie, guten Appetit :-)

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Weitergehende und ausführlichere Informationen finden Sie im Buch: „Das große Buch der Sprossen und Keimlinge“ von Rose-Marie Nöcker bei uns im Shop: http://www.topfruits.de/produkt/das-grosse-buch-der-sprossen-und-keime-mit-vielen-rezepten-von-rose-marie-noecker/?cPath=228

 


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